Mi, 21. Mai 2008

Plagiaterkennungssoftware im Einsatz

Geschrieben in Software um 17:37 Uhr von Jan

Ein Professor hat für meine hochgeschätzte Fakultät eine Software lizensiert, die automatisch Plagiate erkennen soll: Ephorus.

Ich kenne die Software nicht, aber das sehr knapp gehaltene “Privacy Statement” verwundert mich doch schon:

Ephorus wird die von Ihnen gemachten Angaben vertraulich behandeln. Ihre Daten werden lediglich zur Kontaktaufnahme verwendet.
(Zitatquelle)

(ja, das war’s schon)

Ich weiß nicht, ob man diesem niederländischen Unternehmen trauen kann. Ich bin mir aber sicher, dass das Durchsetzen deutscher Datenschutzrichtlinien in den Niederlanden schwierig sein dürfte.

In Urheberrechtsfragen bewegt sich eine solche Software zumindest im grauen, wenn nicht im illegalen Bereich. Wer nämlich einen verdächtigen Text hochlädt, ohne das Einverständnis des Urhebers zu besitzen, macht sich strafbar.

Die elektronische Übermittlung an den Plagiatsdienst ist regelmäßig mit der Speicherung des Inhalts auf Server oder Festplatte des Empfängers verbunden. Insoweit ist das durch § 16 UrhG geschützte Vervielfältigungsrecht betroffen (§ 16 UrhG). Die Vervielfältigungshandlung ist grundsätzlich zustimmungspflichtig.
(Zitatquelle)

Wie dem auch sei: Wird die Plagiatssoftware konsequent eingesetzt, stellt man alle Textlieferanten (alias Studierende) unter Generalverdacht. Nutzt man die Software nur sporadisch, kann man nicht mehr automatisiert herausfinden, wenn untereinander abgeschrieben wird (auch über das Semester hinaus).

Also, ich bin dagegen.

Sa, 19. Januar 2008

Magdeburger Zustände

Geschrieben in Machdeborch um 15:01 Uhr von Jan

Ein Hubschrauber kreist über der Innenstadt, am Bahnhof ist ob des Polizeiaufgebots kaum ein Durchkommen und sehr schwarz, aber nicht sehr fein gekleidete junge Menschen pilgern in Gruppen in Richtung City: Es ist mal wieder Demo in Magdeburg. Und zwar gleich vierfach: Zwei linke Gruppierungen, eine Rechte und das “Bündnis gegen Rechts” treten auf. Auch der Studentenrat der Universität hat zum Marschieren aufgerufen. Warum? Weil vor 63 Jahren Magdeburg das letzte Mal zerstört wurde. Darunter leidet die Stadt noch heute. Sowohl bausubstanzmäßig als auch sozial, wie man an den facettenreichen Demonstrationsaufrufen sehen kann.

P.S. Irgendwie lustig finde ich das “Diese Straßen sollte man meiden”-Bild in der Volksstimme.