Di, 8. September 2009

Vernetzt und rund

Geschrieben in Elektronische Geräte und ich, Seltsames um 17:28 Uhr von Jan

Es durchzuckte mich. Ja! Ja! Ja! Da lagen sie vor mir, in ihrer gelben Schönheit. Ich hatte lange schon nach ihnen Ausschau gehalten. Dieser Frust: Nirgends gab es sie. Niemand hatte sie – oder, wenn ich doch jemanden fand, der sie hatte, wollte dieser sie nicht rausrücken. Beim Betrachten löste sich der Frust der vergangenen Zeit, was ein jähes Glücksgefühl verursachte.

Im gleichen Moment schoss die Vernunft dazwischen und zerstörte die Illusion wie eine Nadel einen Luftballon. Puff. Vor mir, das waren echte. Was soll ich denn mit echten, seufzte ich innerlich, ich will digitale. Nur so komme ich voran und verbessere meine Rezepte, bis sie königlich sind.

Das Schlimme an der Angelegenheit ist, dass mir das vorher schon mal passiert war: Mit Eiern im Kaufland.

Do, 3. September 2009

Internetabgrund im Zeit Magazin

Geschrieben in Elektronische Geräte und ich, Sprache etc. um 9:11 Uhr von Jan

Im aktuellen Zeit Magazin, das heute erschien, findet sich folgender Satz:

[Ulrich ruft im Call-Center an und flirtet rum.] Die Fremde [Mitarbeiterin eines Call-Centers] nutzt ihren Zugriff auf sein Internetkonto, um dort Ihre [sic] E-Mail-Adresse zu platzieren. Das ist etwa vergleichbar mit dem Zustecken eines Zettels, auf dem ihre Telefonnummer steht, sonst nichts.

Ich frage mich, was dieses Internetkonto sein soll. Variante A: Soll es der Zugang sein, den man braucht, um sich bei einem Provider anzumelden (bswp. T-Online)? Dann frage ich mich, wo man dort E-Mail-Adressen platziert und überhaupt: Wie wahrscheinlich soll das sein, da nachzugucken? Also Erfolgsaussichten, dass Ulrich die Adresse auch findet…

Variante B: Vielleicht ist es irgendein internes System einer Firma, sowas wie Lotus. Auch da frage ich mich, wie man dort so etwas wie eine “E-Mail-Adresse platzieren” können soll. Eine Hausnachricht? Ja, und?

Was mich zu Variante C bringt: Sie schickt dem Herrn eine E-Mail. Dann wäre allerdings die Beschreibung völlig neben der Spur (E-Mail schicken = “zustecken” oder “platzieren”? und “Zugriff auf sein Internetkonto” als E-Mail?*).

Alles etwas unausgegoren. Symptom der Niveauverflachung des Zeit Magazins?

*ähnlich könnte man von einem “Zugriff auf die Wohnung” sprechen, wenn man das Zustellen eines Briefs meint

Di, 23. Dezember 2008

EEE-PC 901

Geschrieben in Elektronische Geräte und ich um 21:27 Uhr von Jan

Ich habe es getan: Kurz vor Weihnachten habe ich mir einen EEE-PC 901 gekauft. Das ist das Gerät mit 8,9-Zoll-Display und superlanger Akkulaufzeit von sage und schreibe echten 7 Stunden. Es kann Bluetooth, hat ne 1,3-Megapixelkamera und Windows XP an Board. Auf der Negativseite ist zu vermerken, dass die Tastatur echt schmal geraten ist, sodass es mir als 10-Finger-Schreiber zum Teil echt schwer fällt, immer die richtige Taste zu drücken.

Was noch auffällt, ist die hohe Auflösung des Displays: Trotz der sichtbaren Breite von 19,5 cm wurden 1024 Pixel nebeneinandergequetscht. Das entspricht einer Auflösung von 133 dpi. Zum Vergleich: Ein normaler Monitor hat eine Auflösung von nur 96 dpi. Es gibt zwar eine dpi-Anpassung in Win XP, aber die ist nicht ernstzunehmen, da Programme diese GUI-Veränderung nur unvollständig berücksichtigen. Da der EEE-PC aber eh ein Laptop ist bzw. aufgrund der in Displaynähe befindlichen Tastatur immer maximal eine halbe Armlänge von einem weg ist, ist die hohe Auflösung gerade noch tolerierebar.

Sehr schön ist übrigens, dass das Netzteil sehr klein geraten ist und schon Klettkabelbinder mitbringt.

So, jetzt wird weitergetestet.

Fr, 14. November 2008

Kabelgebundene Tastaturen verraten Passwörter

Geschrieben in Elektronische Geräte und ich, Weltbewegendes um 13:37 Uhr von Jan

Schweizer Forscher haben versucht, die elektromagnetische Abstrahlung von Tastaturen zu interpretieren und kamen zu schwerwiegenden Erkenntnissen: Ihnen gelang es, bei 11 verschiedenen Tastaturen, die alle kabelgebunden waren (via PS2 oder USB oder im Notebook eingebaut), sämtliche Eingaben mitzulesen. Dies ist mit bis zu 20 Meter Entfernung und zum Teil sogar durch Wände hindurch möglich.

Das Paper dazu ist noch im Peer-Review-Prozess und deshalb noch nicht öffentlich verfügbar. Es werden allerdings zwei Videos auf der Seite der Forscher gezeigt, die einige wesentliche Einschränkungen zeigen:

  • Es werden die Interferenzmöglichkeiten des Zielobjektrechners zunächst reduziert, d.h. Stromkabel aus dem Laptop, kein externer Monitor etc. Das Testset besteht lediglich aus einem Laptop im Akkubetrieb und einer angeschlossenen Tastatur. Funktioniert das Abhören mit entsprechend angestöpselter Ausstattung etwa nicht?
  • Es wird nicht gezeigt, ob und wie ein Kalibrierungsvorgang aussieht. Dieser ist auf jeden Fall nötig, da die gedrückten Tasten direkt aus dem gesamten elektromagnetischen Spektrum extrahiert werden
  • Es wird vom Kameramann sehr langsam getippt, geschätzte 30 Zeichen/Minute. Dies lässt den Verdacht zu, dass bei höheren Tippgeschwindigkeiten keine Zeichenextraktion in gleicher Qualität möglich ist. Da die Forscher sich jedoch auf preiswertes Equipment beziehen und andeuten, dass mit Spezialhardware noch bessere Ergebnisse möglich wären, bleibt die Frage, ob Zehnfingersystemschreiber sicherer als Adler-Suchsystem-Tipper (Kreisen und Zuschlagen) sind oder ob in jedem Fall ausgelesen werden kann, sobald kalibriert ist.
  • Die Software braucht verhältnismäßig lang, bis sie die getippte Taste identifiziert hat.

Vor einem guten Jahr habe ich auf Forschungen verwiesen, bei denen die Übertragung kabelloser Tastaturen abgehört wurde. Es stellte sich damals heraus, dass Microsoft-Tastaturen eine sehr, sehr schwache Verschlüsselung verwenden und somit ein echtes Sicherheitsrisiko darstellen.

Mo, 27. Oktober 2008

Spam

Geschrieben in Elektronische Geräte und ich um 10:42 Uhr von Jan

Dank meiner Junk-Filter-Statistik, die ich in Thunderbird nachgerüstet habe, konnte ich einige Begriffe ausmachen, die bei mir zu 100% auf Spam hinweisen.

Unter den Begriffen sind

  • peinlicher
  • diskrete
  • auslieferung
  • kostenlose
  • diskret
  • visa
  • langes
  • arztbesuch
  • onlineshop
  • versteckte

Ein peinlicher Arztbesuch, bei dem ich im Onlineshop mit VISA bezahlt habe, hatte keine versteckte Kosten. ;-)

Wer mir also eine Mail mit diesen Worten schickt, sollte nicht darauf hoffen, dass ich sie lese. Bzw. muss mit längerer Reaktionswartezeit leben.

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