Donnerstag, 3. September 2009
Internetabgrund im Zeit Magazin
Im aktuellen Zeit Magazin, das heute erschien, findet sich folgender Satz:
[Ulrich ruft im Call-Center an und flirtet rum.] Die Fremde [Mitarbeiterin eines Call-Centers] nutzt ihren Zugriff auf sein Internetkonto, um dort Ihre [sic] E-Mail-Adresse zu platzieren. Das ist etwa vergleichbar mit dem Zustecken eines Zettels, auf dem ihre Telefonnummer steht, sonst nichts.
Ich frage mich, was dieses Internetkonto sein soll. Variante A: Soll es der Zugang sein, den man braucht, um sich bei einem Provider anzumelden (bswp. T-Online)? Dann frage ich mich, wo man dort E-Mail-Adressen platziert und überhaupt: Wie wahrscheinlich soll das sein, da nachzugucken? Also Erfolgsaussichten, dass Ulrich die Adresse auch findet…
Variante B: Vielleicht ist es irgendein internes System einer Firma, sowas wie Lotus. Auch da frage ich mich, wie man dort so etwas wie eine “E-Mail-Adresse platzieren” können soll. Eine Hausnachricht? Ja, und?
Was mich zu Variante C bringt: Sie schickt dem Herrn eine E-Mail. Dann wäre allerdings die Beschreibung völlig neben der Spur (E-Mail schicken = “zustecken” oder “platzieren”? und “Zugriff auf sein Internetkonto” als E-Mail?*).
Alles etwas unausgegoren. Symptom der Niveauverflachung des Zeit Magazins?
*ähnlich könnte man von einem “Zugriff auf die Wohnung” sprechen, wenn man das Zustellen eines Briefs meint


